Debian Squeeze …. gut für Server / Desktop ?

Debian 6.0 (Squeeze) ist seit dem 6. Februar 2011 verfügbar, viel hat sich nicht geändert. Debian gilt als sehr Stabil, diese Stabilität wird aber teilweise mit veralteten Paketen erkauft. Von einem Desktop Linux erwarte ich mir Aktualität und die neuesten verfügbaren Programme und Versionen. Ein wirklich krasses Beispiel für ein veraltetes Paket ist Gwibber 1.2.0, aktuell sind wird bei der Version 2.91.3 auch andere Pakete sind sehr alt.

Für den Betrieb eines Datenbank oder Webservers sind weniger die Programme das wesentliche sondern die Bibliotheken, die verwendet werden. Dadurch, das Debian 6.0 hier, was die Aktualität angeht, im Mittelfeld liegt, ist eine Installation von Oracle, DB2, WAS etc. ohne größere Probleme möglich. Allerdings sollte man schon eher CentOS verwenden.

Für mich ist Debian als Linux Desktop gestorben. In der Firma werden wie nach und nach Debian (Server) durch Ubuntu Server ersetzen. Debian wird immer mehr zu einem Auslaufmodell.

LinuxMint, Pakete, System und sonstiges ..

Gnome_Menue.png

So sieht bei LunuxMint das Startmenü aus. Es ist anders als das was man sonst von Gnome kennt, es bietet aber einige Vorteile, nur daran gewöhnen muss man sich erst. Gestern hatte ich ja kurz die Installation von LinuxMint beschrieben, Heute geht’s an die inneren Werte der Distribution. Im weiteren werde ich Ubuntu mit LinuxMint vergleichen, eins aber vorweg .. Das LenovoS12 NVIDA ION ist ein tolles Gerät mit der richtigen Linux Distribution. Ubuntu ist jedenfalls nicht die richtige.

1. Probleme, die ich mit LinuxMint nicht mehr habe:
Unter Ubuntu 10,04 und 10.10 hatte ich immer die selben nervigen Probleme. Die Installation der Pakete für die Broadcom WLAN Hardware und die NVIDA Grafikkarte dauerten ewig, genau so wie Aktualisierung. Das ist ein BUG von Ubuntu, es wird ein Translation.de Paket geholt, was 75 MB groß ist.

Die Signalstärke des WLAN liegt bei Ubuntu 2 – 3 Strich unter dem, was mein Imac anzeigt, zudem kommt es immer wieder zu Abbrüchen. Unter LinuxMint ist die Signalstärke wie erwartet (GUT), keine Verbindungsabbrüche, dazu kommt, das die WLAN Verbindung automatisch nach dem Hochfahren hergestellt wird.

Susspend to Disk / Ram, bei Ubuntu ein Glücksspiel, mal geht’s mal hängt sich der Rechner komplett auf. Probleme, die es unter LinuxMint nicht gibt, beide Modis arbeiten so wie sie sollen. Die Startphase bei Ubuntu 10.10 und dem Lenovo dauert bis zum Login zwischen 35 sec. 45 sec., bei LinuxMint dauert es bis zur Auswahl der Boot Option ca. 8 sec. und dann insgesamt ca. 48 sec. bis zum Login. Die Boot Option ist ein altes Feature, welches bei Ubuntu entfernt wurde. Bei einem Problem kann man bei Ubuntu nicht mehr die letzten Kernel auswählen, bei Debian Derivaten ist das Standard.

Der NVIDA Treiber bei Ubuntu verhindert schnelle Einstellungen und Wechsel zwischen Monitor und Beamer und bringt unter Ubuntu nichts. Bei LinuxMint wird der Universal Treiber installiert, der Monitor erkannt und die Einstellungen können wie bei Gnome bekannt einfach geändert werden.

Heureka, das Lenovo kann jetzt auch Musik unterbrechungsfrei wiedergeben und Filme abspielen. Unglaublich, wie ich auf mein Lenovo geschimpft habe, weil das unter Ubuntu einfach nicht laufen wollte. Das Lenovo ist OK aber Ubuntu nicht. Unter LinuxMint läuft auch das “out of the Box”.

2. System und Programme:
Die System Komponenten unter LinuxMint sind Extrem aktuell, der Grund dafür ist die Verwendung der Debian Squeeze Testing (Debian Unstable) Sourcen. Das ist gut, bringt aber hier und da auch Probleme mit sich. Dropbox kann nicht installiert werden, da Dropbox eine alte Version des Nautilus Plugins benötigt (2.22), LinuxMint verwendet eine höhere Version (2.30), da die neuere sicherer ist.

Die Programme selber sind bis auf Gwibber (1.20) und Inkscape (0.47) auf dem neuesten Stand. Gwibber ist ein Sonderfall. Die Version 1.20 wurde auf den neuesten Stand gebracht, was die Bibliotheken angeht. Es funktioniert bis auf twitter eigentlich alles. An OpenOffice merkt man die gute Integration des gesamten Paketes, es ist schnell wirklich schnell im Vergleich zu Ubuntu.

Fazit, was mich überzeugt hat ..
LinuxMint ist Debian (Unstable), mit zusätzlichen Paketen rund um Multimedia. LinuxMint (LMDE) ist immer aktuell und erfordert niemals eine Neuinstallation. Diese Punkte sprechen schon für sich. Überzeugt hat mich aber in erster Linie, das endlich mein LenovoS12 wieder für die Arbeit brauchbar geworden ist, mit Ubuntu ist mir das seit 10.04 nicht mehr gelungen. Entscheidend war für mich auch die LMDE, basierend auf Debian.

Ich bin ab jetzt ein LinuxMint User, Fedora hatte ich auch als möglichen Nachfolger für Ubuntu in Betracht gezogen, der Paketmanager und andere Kleinigkeiten sagen mir aber nicht zu. LinuxMint soll zum Arbeiten sein und genau das ist auch möglich.

LinuxMint LMDE auf dem Lenovo S12 NVIDA ION

debian.png

Gestern habe ich LinuxMint von DVD zum erstem mal installiert, Probleme bei der Installation gab es keine. Wie auch bei Ubuntu wird die BroadCom WLAN Hardware nicht erkannt, für die Installation ist deswegen ein USB WLAN Stick oder eine Netzwerkverbindung erforderlich.

Bei der Installation habe ich den Fehler gemacht, die Deutsche Version zu installieren, die sich aber nachher als Mix zwischen Englisch, Deutsch und Dänisch herausstellte. Multilingual ist zwar nett aber nicht wirklich brauchbar. Wie auch in den Release Notes steht, sollte man die Englische Version installieren, da die Übersetzungen nicht vollständig sind. Das dürfte für die meisten wohl kein Problem sein.

Nach der Installation sollte man ein Update machen, bei mir wurden 503 Pakete installiert. Der WLAN Treiber muss per Hand installiert werden, was extrem einfach ist, dank Autoinstall. Folgendes ist genau so im Terminal auszuführen :

(1) apt-get update
(2) apt-get install module-assistant wireless-tools
(3) m-a a-i broadcom-sta
(4) echo blacklist brcm80211 >> /etc/modprobe.d/broadcom-sta-common.conf
(5) update-initramfs -u -k $(uname -r)
(6) modprobe -r b44 b43 b43legacy ssb brcm80211
(7) modprobe wl
(8) iwconfig

Am besten gefällt mir die Zeile 3, diese kleine Eingabe ist das beste an der ganzen Installation. Der Befehl lädt alle benötigten Dateien für den Build Prozess aus dem Netz und installiert diese automatisch. Dann wird das Source Paket des Treiber herunter geladen und erstellt, installiert und aktiviert.

Die Treiber Installation benötigt ca. 7 Minuten, die NVIDA GraphikKarte benötigt keinen eigenen Treiber. Wer denn noch unbedingt einen installieren will, muss dies per Hand durchführen, notwendig ist das aber nicht.

MintDesktop.png

Nach Installation und Update sieht so mein Desktop aus, und alles funktioniert. Welche Pakete in LinuxMint enthalten sind, wird in meinem nächsten Artikel zu lesen sein.

Was ist wohl eine .. rolling distribution based on Debian ..

Eine LMDE Linux Mint Debian Edition ist eigentlich der Traum eines jeden Anwenders. Diese “Spezial Distribution”, mit Gnome und 100% kompatibel zu Debian erfordert nie eine Neuinstallation.

Alle Pakete werden ständig aktualisiert, das gilt auch für alle Anwendungen und Bestandteile wie z.B Gnome. Ein Release Wechsel von einer auf die andere Neue Version, die dann doch nicht so richtig funktioniert und fast immer eine komplette Neuinstallation benötigt, fällt weg.

Nie mehr ein Versions Wechsel und eine Neuinstallation, ist das nicht der Traum eines jeden Anwenders. Die Frage ist nur, ob das auch so wie beschrieben funktioniert. Nach dem ich Ubuntu verlassen habe, werde ich diese “Geniale” Version von Linux Mint einmal genauer testen. Bis jetzt weiß ich noch nicht, ob die exotische Hardware meines Lenovo S12 mit NVIDA ION dafür überhaupt geeignet ist.

Wie auch immer, ich werde darüber berichten.

Ubuntu ohne GNOME 3 aber mit Unity, der falsche Weg

Es scheint also Fix zu sein, Unity wird (soll) in Ubuntu 11.04, welches im April 2011 kommen soll, Gnome 3 und die Gnome Shell ersetzen (Ubuntuuser.de). Gnome wird zwar in der bisherigen Form wie bei Ubuntu 10.10 so nicht mehr weiter existieren, dafür bietet die Gnome Shell aber wesentlich mehr als Unity.

Seit Ubuntu 9.04 geht der Weg immer mehr in Richtung Kommerz, Ubuntu One, Ubuntu Musikstore, kostenpflichtiger Support. Das alles basiert auf OpenSource, Canonical steuert selber keinen Code bei. Die Arbeit machen hauptsächlich andere. Mit Unity schlägt Canonical einen Weg ein, den ich nicht mitgehen werde. Es gibt natürlich auch weiterhin Gnome bzw. die Gnome Shell, die sich über Quellen zusätzlich installieren lassen.

Ich werde alle meine Ubuntu Aktivitäten einstellen. Ich weiß noch nicht genau, im welche Richtung (Debian, LinuxMint, CentOS, Fedora) ich gehen werde, mal sehn.

Wie werdet Ihr euch entscheiden, bei Ubuntu bleiben .. oder wechseln ?