Erste Bilder von der Zenit 122K und verkratzte Negative direkt vom Labor

Zenit27_bearbeitet-1

Zenit32_bearbeitet-1

Zenit39_bearbeitet-1

Endlich ist der erste Film, den ich mit der Zenit 122K gemacht habe fertig, kommt schon das böse Erwachen, der ganze Film ist verkratzt. Ich habe sofort die Zenit 122K Kamera untersucht, nichts zu finden, alles OK. An dem Film-Container kann es auch nicht liegen, dass kontrolliere ich immer vor dem Film einlegen. Bleibt nur noch das Labor, was den Film entwickelt hat oder mein (ex) Fotolabor hat beim Scannen die Negative zerkratzt. Ich bin ziemlich sauer auf das Labor, darauf angesprochen … “Nein .. von UNS kann das nicht kommen, natürlich gibt es das Geld nicht zurück ..”. Das EX Labor kann mich mal, aber kräftig, wie auch immer, die Kamera ist jeden Falls unschuldig

Das ist der erste Film, den ich mit der Zenit 122k Kamera gemacht habe, und der erste Schwarzweiß 400 ASA Lomo Film. Die Bilder sind, bis auf die Kratzer nicht schlecht geworden, etwas überbelichtet aber sonst OK. Die Zenit 122K Kamera funktioniert also recht gut, der eingebaute Belichtungsmesser ist allerdings nicht wirklich zu gebrauchen.

Ich habe einen externen  Belichtungsmesser verwendet und war wohl etwas zu großzügig, was die Belichtungszeit und Blende anging. Das Problem liegt aber eher am Zenitar Objektiv, eine vergütete Linse lässt nun mal mehr Licht durch als ein (normales) Objektiv mit 4 oder mehr Linsen. Da ich den Belichtungsmesser hauptsächlich an meinen Minoltas verwenden will, kann ich diesen vorher noch kalibrieren, damit alles passt. Bei der Zenit gilt jedenfalls lieber eine kürzere Zeit als gemessen verwenden oder 1/4 Blende höher, dann passt auch das wieder.

Nach dem Ärger mit dem Labor um die Ecke, werde ich die nächsten Filme mal an das Lomo Lab schicken, das dauert zwar länger (bis zu 3 Wochen inkl. Versand mit der Österreichischen Schneckenpost) aber die Qualität und der Preis stimmen.

Analoge Kameras, Filme, Zubehör ..

Die analoge Fotografie hat mich immer schon begeistert, deswegen hatte ich früher auch ein kleines Labor im Keller. Die meisten Geräte waren gebraucht, mehrfach repariert und funktionierten nur mit etwas Überredungskunst. Aus Kostengründen konnte ich mir nur eine Kamera, Pentax ME, mit 50mm Objektiv leisten, mehr war nicht drin.

Heute ist man in der glücklichen Lage, Top Kameras, die früher mal ein Vermögen gekostet haben, für einige wenige Euros zu bekommen. Eine Minolta X700 mit 35/70 mm inkl. Macro gibt es schon ab 50,- €. Sau teure Zoom Objektive für die Minolta bekommt man schon für einen Gegenwert von 10 Flaschen Bier oder weniger, eher weniger. Die Qualität der gebrauchten reicht von “grausam” bis “Neuwertig in Originalverpackung”. Früher wollte ich immer mehrere Kameras haben, damit ich verschiedene Filme (Farbe und Schwarzweiß) immer dann verwenden kann, wenn mir danach ist oder das Motiv dieses zulässt.

Meine technische Ausrüstung wächst Zielgerichtet beständig. Einige Fehlkäufe musste ich allerdings auch weg stecken, die gekauften Zenit (KM und 122K) Kameras waren nicht das, was ich erwartet habe. Egal wie “In” diese (Lomo) Kameras auch sind, schlechte Qualität zu teuren Preisen zahlt sich letztendlich einfach nicht aus, zum Glück bin ich die beiden Kameras wieder los geworden.

Nach den schlechten Erfahrungen mit den Zenit Kameras habe ich beschlossen was “richtiges” zu kaufen. Meine Frau besitzt noch eine Minolta X500 (Neuwertig), ich habe mit der Kamera ein Testfilm gemacht und war begeistert. Auf der Suche nach alten Minolta Kameras beim Fotoladen um die Ecke und auf ebay bin ich recht schnell fündig geworden.

Die erste Minolta X700 vom Fotoladen um die Ecke hat nicht funktioniert, der Filmzähler ging nicht obwohl der Händler sagte, das alles funktioniert. Ich habe dann über ebay von einem Händler ein Minolta X700 Gehäuse bestellt und die war nicht nur technisch fehlerfrei sondern auch optisch neuwertig.

Die zweite Minolta sollte eine X300s sein, ein anderer Fotoladen hatte 2 im Angebot, alle beide haben nicht mehr funktioniert (Kondensator Problem), er hatte noch eine Minolta 300 auf Lager, diese funktionierte ohne Probleme. Komischerweise war das, was ich bei ebay bestellt habe von der Qualität besser als bei dem Fotoladen um die Ecke (beide Geschäfte sind Profi Läden).

Für meine Lomo LC-A+ (tolle Kamera) verwende ich nur die Lomo Farbfilme mit 400 ASA, der Film passt perfekt zu der Kamera. Für die Minolta X300 habe ich Schwarzweiß Filme vorgesehen, auch hier verwende ich die Lomo Filme mit 400 ASA, weil ich auch häufiger in der Dämmerung Bilder mache. Generell sind die 400er Filme bei einer Kamera wie der Minolta X700 / X300 bei voll Sonne nicht optimal (Gefahr der Überbelichtung), Abhilfe schafft hier ein ND Fader auch Grau-Filter genannt. Komischer Name für einen Filter, der alles macht aber nicht Grau Filtert, der Vorteil ist, dass mach auch bei voll Sonne und ND-400 mit offener Blende Bilder machen kann, ohne das diese überbelichtet werden. Zudem erlaubt der Filter noch weitere nette Spielereien, auf die ich hier erst einmal nicht eingehen möchte, das kommt später.

Alle Minoltas der X Baureihe haben das selbe Problem, der Kondensator. Dieser läuft aus (nicht schlimm für die Kamera), die Kamera funktioniert nicht mehr richtig bzw. gar nicht mehr. Das Problem lässt sich durch ein Ersatzteil (0,21 €) einem Schraubendreher und einem Lötkolben schnell selber lösen (Anleitungen im Internet). Das gute daran ist, das man nur die Bodenabdeckung für die Reparatur aufschrauben muss. Die Minolta X700 hat zwei Kondensatoren, wo bei einer unten (wie bei den anderen) liegt und einer oben, an den man schwer ran kommt.

Soweit ist meine neue analoge Fotoausstattung, Kameras, Objektive, Filme, Filter eigentlich vollständig und das zu einem Preis eine durchschnittlichen digitalen Systemkamera. Enttäuscht bin ich nur von meinem Handbelichtungsmesser, dieser ist schon nach 58 Jahren (Erbstück) kaputt gegangen und muss ersetzt werden.

Negative Scannen lassen oder selber Scannen

Diese Frage habe ich mich in letzter Zeit öfter gestellt, der Grund dafür ist eine mögliche Kostenersparnis. Analoge Fotografie ist kostspielig, ein Entwickelter Film mit Bildern (billigste Ausarbeitung) kostet inkl. 400 ASA Film jedes mal 13,48 €. Bei 2 – 3 Filmen Pro Monat kommt dann schon so einiges zusammen. Lässt man den Film nur Entwickeln, dann wird das schon wesentlich billiger. Lässt man die Negative gleich beim Entwickeln im Grosslabor Scannen, dann haben die Bilder eine Auflösung von 1024 x 720 Bildpunkten, was für eine Ausarbeitung von 9×13 oder 10×15 völlig ausreichend ist. Andere kleinere Labors bieten einen Profi-Scann (3360×2240 = 9 Mio Pixel) an. Solche Scann’s müssen aber nicht besser sein, meistens nimmt mit höherer Auflösung auch das Bildrauschen erheblich zu, was das Bild dann wieder unbrauchbar macht.

Scannt man selber, muss man den richtigen Scanner finden, in meinem Fall war des der Drei in Eins Reflecta Imagebox LCD 9 Scanner. Der kann Bilder (geht so), Negative und Dias Scannen, der Normalpreis liegt bei 149,- €. Den Scanner habe ich gebraucht (noch in Originalverpackung) für 49,- € bekommen, ein echtes Schnäppchen. Wunder kann man sich von so einem günstigen Scanner nicht erwarten auch wenn er eine Auflösung von 9 Mio Pixeln besitzt. Der Reflecta Imagebox LCD 9 hat gegenüber anderen auch günstigeren Standalone Geräten einen kleinen Vorteil, die Bilder werden nicht so stark komprimiert. Was die Auflösung, Vergrösserung und Schärfe angeht, schneidet der Scanner erstaunlich gut ab. Der einzige Nachteil ist, dass die Bilder leicht blau-stichig sind (hier fehlt der Weissabgleich) und nach bearbeitet werden müssen. Das kann man per Hand machen oder man überlässt ImageMagic die meiste Arbeit.

Der Scanner verfügt über eine Zusatzfunktion Magic Touch  (nur bei Scann’s von Filmen und Dias), diese Funktion entfernt Staub und Kratzer, das dauert allerdings einiges an Zeit. Ein Normaler Scann dauert ca. 1. sec, ein Scann mit Magic Touch dauert 45 sec., diese Zeit nehme ich mir einfach.

Ich verwende ein ImageMagic Script welches die Tönung der Bilder (pro Kanal R-G-B einzeln) automatisch korrigiert (http://www.fmwconcepts.com/imagemagick/autotone/index.php). Das funktioniert recht gut, solange die Bilder nicht zu dunkel und zu Kontrastlos sind.

Die folgenden Bilder sind früh morgens (es war noch dunkel) und am späten Nachmittag (bei bedecktem Himmel, keine Schatten, keine Kontraste) aufgenommen worden. Der belichtete 400 ASA Film ist also ein richtiger Albtraum für jedes Labor und jeden Negativ Scanner. Alle Bilder habe ich mit einer Minolta X700 im Programm Mode (kleine Blende und kurze Belichtungszeit) gemacht, die Bilder Morgens musste ich mit Stativ machen (Belichtungszeit 2 sec. +). Den Film habe ich dann in einem kleinen Labor entwickeln und Scannen lassen, der Scann’s ist leider nicht besonders geworden. Der Scann hat inkl. Foto CD mehr als die Entwicklung des Filmes selber. Das war nun der Auslöser für einen Scann Selbstversuch mit einem zugegeben nicht optimalen Gerät, es gibt natürlich bessere aber die kosten aus wesentlich mehr als was ich bezahlt habe.

Bild 1 = Labor Scan, Bild 2 = Reflecta Imagebox, Bild 3 = Reflecta Imagebox + Korrektur Script

f1000004

Digital Camera

Digital Camera

Sind die Rahmenbedingungen besser, dann werden auch die Scann’s  mit dem Reflecta Imagebox wesentlich besser (Scann mit Magic Touch), obwohl das Wetter auch hier nicht unbedingt optimal war.

Bild 1 = Reflecta Imagebox, Bild 2 = Reflecta Imagebox + Korrektur Script

Digital Camera

Digital Camera

Bei den letzten beiden selbst  erstellten Scann’s  sind die Farben und die Tiefen-Schärfe gut, jedenfalls reicht das für meine Zwecke völlig aus. Die Scann’s verwende ich hauptsächlich dafür um zu sehen, von welchem Bild sich ein Papierabzug lohnt und von welchem nicht.