Seit gestern besitze ich einen neuen Ebook Reader, das ist dann der dritte. Gut das ich den Sony zurückgeben konnte, den Weltbild Ebook Reader verwende ich als Backup, falls mal wider was nicht so läuft wie es laufen sollte.
Qualität
Was mir beim Auspacken des Kindle schon aufgefallen ist, das die Tasten vom Kindle4 hochwertiger sind als beim teueren Sony PRS-T1. Die Verarbeitung an den Kanten und der Rückseite so wie die seitlichen Tasten ist sehr gut. Nichts klappert, die Tasten haben einen guten Druckpunkt und arbeiten Exakt und zuverlässig. Die Tastenleiste beim Sony sieht aufgesetzt und wackelig aus, was sie auch sind.
Display
Das Display vom Kindle4 ist etwas heller als das vom Sony, letzteres wird etwas grau. Der Kontrast ist aber bei beiden Display’s sehr gut. Der Kindle4 hat zudem den Vorteil, das das Display nicht so tief in das Gehäuse eingelassen ist (ist ja auch kein Touchdisplay). Beim Sony werfen die Ränder teilweise Schatten, bei ungünstigen Lichtverhältnissen und gerade in den Ecken stört ein tiefliegendes Touchdisplay.
Der Sony Reader löscht bei jedem Blatter einer Seite den Bildschirm, das macht auch das Surfen im Web nicht sonderlich schön. Der Kindle4 Löscht erst nach 6 Seiten das Display, um Artefakte zu verhindern, das ist wesentlich augenfreundlicher und vor allem wesentlich schneller.
Blättern < >
Beim Sony konnte man mit dem Finger die Seiten umblättern, wenn die Software nicht einem einen Streich spielt. Der Kindle besitzt 4 Tasten (2 auf jeder Seite), die seitlich nach unten gedrückt werden müssen. Das ist wirklich etwas Gewöhnungsbedürftig. Dadurch, das der Kindle nur 170 Gr. wiegt verrutscht dieser beim Blättern auf einer weichen Unterlage, zudem muss man beim Halten des Readers aufpassen, das man nicht aus versehen auf die Tasten kommt. Abhilfe schafft hier eine Schutzhülle von Amazon.
Bedienung
Der Sony hat ein teilweise sehr nettes Menü gehabt, was die BuchCover der einzelnen Bücher angezeigt hat. Der Kindle4 hat hingegen nur eine Liste, die mit Zusatzfunktionen ausgestattet ist. Allgemein muss ich sagen, das die Menüführung beim Kindle einfacher aber nicht so schön ist wie beim dem Sony. Die Menüführung passt sich beim Kindle an die Tastensteuerung an und funktioniert ohne Probleme. Die Virtuelle Tastatur beim Kindle4 ist funktional aber nicht für längere Texte gedacht. Als ich den Kindle bekam, musste ich nur das Wlan Passwort eingeben, der Rest mit der Anmeldung bei Amazon wurde ohne weitere Eingaben automatisch vorgenommen.
Das Touchdisplay vom Sony kann natürlich hier Punkten. Es geht aber auch gut ohne Touchdisplay.
Musik, SD Karten Erweiterung
Beim Sony gibt es so etwas, beim Kindle4 NaDa. Ich persönlich kann auf Musik oder Audiobooks am Ebook Reader verzichten, dafür gibt es bessere Geräte. Beim Sony funktionierte das mit der Musik und den Audiobooks nicht wirklich gut. Der Sony lässt sich über SD Karte erweitern, der Kindle4 nicht. Die 2 GB reichen für Bücher wirklich aus und sollte der Platz mal eng werden, kann man Bücher auch löschen bzw. Archivieren.
Ebook Formate / PDF
Der Sony kommt mit den üblichen (Adobe DRM) Ebook Formaten zurecht aber logischer weise nicht mit dem Amazon Format. Der Kindle unterstützt mehr Formate als der Sony aber leider nicht das Adobe DRM Format. Wer im Web sucht, der findet aber dafür eine Lösung. Es gibt sogar ein Plugin für Calibre, mit dem die DRM Ebooks in das Mobi-Format konvertiert werden kann. Auf diesen Weg sind auch die Ebooks mit Adobe DRM auf dem Kindle lesbar und das ohne Verlust.
PDF Dokumente sind für den Sony und andere Ebook Räder (auch Weltbild) kein Problem. Auch hier kann man die Schriftgröße einstellen. Beim Kindle geht das nicht, PDF Dateien werden als Grafik und nicht als Text angezeigt. PDF Bücher lesen ist somit fast unmöglich.
Schriftgröße und Schriftart
Beim Sony kann man die Schriftgröße verstellen und eine andere Schriftart auswählen. Der Kindle4 geht da etwas weiter, es lassen sich die Zeilenabstände einstelle und auch die Laufweite der Wörter. Somit kann man das Schriftbild seinen Bedürfnissen gut anpassen.
Fazit …..
Der Kindle4 ist besser verarbeitet als der Sony und das Display ist beim Kindle4 etwas heller. Ein Touchdisplay muss nicht unbedingt sein, wenn die Bedienungsführung passt und das tut sie beim Kindle. Die 4 Blatterigsten sind funktionell aber nicht sonderlich Benutzerfreundlich aber damit kann man leben. Der Kindle4 ist mit seinen 99,- € ein gutes beherrschbares Gerät mit guten Leistungswerten. Der Amazon Ebook Store und die kostenlosen Leseproben sind Services, die man auf dem Kindle4 sehr gut nutzen kann.
Soweit ich bis jetzt sagen kann, ist der Kindle4 genau der Ebook Reader, den ich eigentlich wollte. Ob wirklich alles so gut ist, wie der erste Eindruck nach 60 Seiten lesen vermittelt, muss sich erst einmal auf lange Sicht beweisen. Typischerweise lernt man einen Ebook Reader erst nach 1 – 3 Büchern wirklich kennen.