Analoge Kameras, Filme, Zubehör ..


Die analoge Fotografie hat mich immer schon begeistert, deswegen hatte ich früher auch ein kleines Labor im Keller. Die meisten Geräte waren gebraucht, mehrfach repariert und funktionierten nur mit etwas Überredungskunst. Aus Kostengründen konnte ich mir nur eine Kamera, Pentax ME, mit 50mm Objektiv leisten, mehr war nicht drin.

Heute ist man in der glücklichen Lage, Top Kameras, die früher mal ein Vermögen gekostet haben, für einige wenige Euros zu bekommen. Eine Minolta X700 mit 35/70 mm inkl. Macro gibt es schon ab 50,- €. Sau teure Zoom Objektive für die Minolta bekommt man schon für einen Gegenwert von 10 Flaschen Bier oder weniger, eher weniger. Die Qualität der gebrauchten reicht von “grausam” bis “Neuwertig in Originalverpackung”. Früher wollte ich immer mehrere Kameras haben, damit ich verschiedene Filme (Farbe und Schwarzweiß) immer dann verwenden kann, wenn mir danach ist oder das Motiv dieses zulässt.

Meine technische Ausrüstung wächst Zielgerichtet beständig. Einige Fehlkäufe musste ich allerdings auch weg stecken, die gekauften Zenit (KM und 122K) Kameras waren nicht das, was ich erwartet habe. Egal wie “In” diese (Lomo) Kameras auch sind, schlechte Qualität zu teuren Preisen zahlt sich letztendlich einfach nicht aus, zum Glück bin ich die beiden Kameras wieder los geworden.

Nach den schlechten Erfahrungen mit den Zenit Kameras habe ich beschlossen was “richtiges” zu kaufen. Meine Frau besitzt noch eine Minolta X500 (Neuwertig), ich habe mit der Kamera ein Testfilm gemacht und war begeistert. Auf der Suche nach alten Minolta Kameras beim Fotoladen um die Ecke und auf ebay bin ich recht schnell fündig geworden.

Die erste Minolta X700 vom Fotoladen um die Ecke hat nicht funktioniert, der Filmzähler ging nicht obwohl der Händler sagte, das alles funktioniert. Ich habe dann über ebay von einem Händler ein Minolta X700 Gehäuse bestellt und die war nicht nur technisch fehlerfrei sondern auch optisch neuwertig.

Die zweite Minolta sollte eine X300s sein, ein anderer Fotoladen hatte 2 im Angebot, alle beide haben nicht mehr funktioniert (Kondensator Problem), er hatte noch eine Minolta 300 auf Lager, diese funktionierte ohne Probleme. Komischerweise war das, was ich bei ebay bestellt habe von der Qualität besser als bei dem Fotoladen um die Ecke (beide Geschäfte sind Profi Läden).

Für meine Lomo LC-A+ (tolle Kamera) verwende ich nur die Lomo Farbfilme mit 400 ASA, der Film passt perfekt zu der Kamera. Für die Minolta X300 habe ich Schwarzweiß Filme vorgesehen, auch hier verwende ich die Lomo Filme mit 400 ASA, weil ich auch häufiger in der Dämmerung Bilder mache. Generell sind die 400er Filme bei einer Kamera wie der Minolta X700 / X300 bei voll Sonne nicht optimal (Gefahr der Überbelichtung), Abhilfe schafft hier ein ND Fader auch Grau-Filter genannt. Komischer Name für einen Filter, der alles macht aber nicht Grau Filtert, der Vorteil ist, dass mach auch bei voll Sonne und ND-400 mit offener Blende Bilder machen kann, ohne das diese überbelichtet werden. Zudem erlaubt der Filter noch weitere nette Spielereien, auf die ich hier erst einmal nicht eingehen möchte, das kommt später.

Alle Minoltas der X Baureihe haben das selbe Problem, der Kondensator. Dieser läuft aus (nicht schlimm für die Kamera), die Kamera funktioniert nicht mehr richtig bzw. gar nicht mehr. Das Problem lässt sich durch ein Ersatzteil (0,21 €) einem Schraubendreher und einem Lötkolben schnell selber lösen (Anleitungen im Internet). Das gute daran ist, das man nur die Bodenabdeckung für die Reparatur aufschrauben muss. Die Minolta X700 hat zwei Kondensatoren, wo bei einer unten (wie bei den anderen) liegt und einer oben, an den man schwer ran kommt.

Soweit ist meine neue analoge Fotoausstattung, Kameras, Objektive, Filme, Filter eigentlich vollständig und das zu einem Preis eine durchschnittlichen digitalen Systemkamera. Enttäuscht bin ich nur von meinem Handbelichtungsmesser, dieser ist schon nach 58 Jahren (Erbstück) kaputt gegangen und muss ersetzt werden.

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2 Gedanken zu “Analoge Kameras, Filme, Zubehör ..

  1. Oscar alias xpenguin schreibt:

    Wenn 100 ASA 21 DIN entsprechen, dann sind 400 ASA also 27 DIN! Bei Farbfilm ist das nicht weiter schlimm, aber bei SW??? Es sei denn, du setzt das grobe Korn künstlerisch ein. Es ist allerdings möglich, daß du etwas empfindlicheres Material brauchst, weil du Zoom-Objektive verwendest, die bekanntlich nicht besonders lichtstark sind. Wir haben diese Dinger damals “Faule-Knipser-Objektive” genannt. Mal abgesehen davon, daß ich damals kein teures Zoom-Objektiv bezahlen konnte, wollte ich auch keines haben. Ich habe lieber das Objektiv gewechselt, wenn es nötig war. Deshalb brauchte ich auch nie grobkörnigen Film verwenden. Am liebsten nahm ich damals 15-DIN-Film (25 ASA). In Verbindung mit Rodinal (R09) 1:100 oder 1:200 (je nach “Charakter” des Bildes) war dann das Ergebnis fast kornlos und der Kontrast auch nicht härter, als hätte ich 100-DIN-Film mit einem “Wald-Und-Wiesen-Entwickler” verarbeitet. Damals wurde ja zuweilen vor Feinkorn-Filmen wegen des hohen Kontrastes gewarnt. Ich kam damit aber bestens klar.
    Ich bin sicher kein Volltrottel in Bezug auf analoge Kameras. Aber was ein “Kondensator” dort ist, und woztu man ihn an einer Kamera braucht, davon habe ich rein garkeine Ahnung. ich hoffe, du kannst mir da etwas beibringen.

  2. blogausgraz schreibt:

    Hallo Oscar,
    die Kommentare funktionieren wieder ..
    Ja Künstlerisch dazu brauche ich gas gröbere Korn, 2 Zooms mit Macro habe ich noch die nicht sehr Lichtstark sind und ein 130mm Festbrennweiten Objektiv. Mit dem 400er ASA komme ich gut zurecht, da er mir die Empfindlichkeit verschafft, die ich in der Dämmerung und in Gebäuden brauche. Den 400er kann ich mit der Minolte (nicht unbedingt Optimal) und mit meiner LOMO LC-A+ (Optimal) nutzen. Die SW Negative werde ich wie die Farb Negative nicht selber entwickeln. Das Lobor um die Ecke macht das für 3,99 inkl. Tasche dür die Negative, schneiden und Foto Index. Das Labor mach auch Cross Entwicklung, was für mich auch sehr interessant ist und das alles innerhalb von 2 Tagen. Scannen mit 9 Mio Pixeln kosten 4 € mehr, aber das mache ich lieber selber, die Scanns müssen nicht perfekt sein, mein 49 € gebraucht Scanner tuts auch.

    Der Scanner arbeitet mit SW Negativen besser als mit Farb Negativen, ist halt ein billig Gerät, für meine Zwecke aber ausreichend. Meine Minoltas haben eine Zeitautomatik, also Batterien. Damit die Spannung gerade bei Langzeitbelichtungen nicht plötzlich abfällt hat man einen oder zwei Kondensatoren eingebaut. Diese sorgen dafür, dass auch bei etwas schwächeren oder ganz neuen Batterien keine über oder unterbelichtungen auftreten. Ist der Kondensator voll dann geht nichts mehr rein, egal wie viel Spannung oder Strom dran liegt, der Kondensator gleicht das aus.

    Die Lenbensdauer von so einem Teil hängt vom Hersteller ab (Minolta hat zwei unterschiedliche Hersteller gehabt) und vom Alter. Nach ca. 20 Jahren sind die Dinger so weit geältert (ob verwendet oder nicht), das diese dann auslaufen und ersethzt werden müssen.

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